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Viele von uns haben den Weg ins Leben nicht allein angetreten. Da war zu Beginn mehr als nur ein Embryo im Mutterleib. Doch die wenigsten von uns sind in Begleitung ihres Bruders oder ihrer Schwester zur Welt gekommen.
Wenn alleingeborene Zwillinge das »Licht der Welt« erblicken, haben sie ihr erstes Drama von Tod und Verlust bereits hinter sich. Etwas fehlt. Jemand, der vorher da war, ganz nah, ist jetzt nicht mehr da. – Doch es fehlt nicht nur der oder die andere: Wie jede schwere Traumatisierung kann der pränatale Zwillingsverlust zu einem Verlust von Seelenanteilen beim Überlebenden führen.
Wie und in welcher Schwere sich dieses Defizit im späteren Leben auswirkt, ist individuell verschieden. Als häufige Symptome sind anzutreffen:
• Schwierigkeiten, eine gelingende Liebesbeziehung zu führen
• ein Bedürfnis nach symbiotischen Freundschaften; »Klammerbeziehungen«
• große Furcht vor oder extremes Leiden unter Trennungen
• scheinbar »grundlose« Freudlosigkeit (weil immer irgendetwas fehlt ...)
• Momente des Glücks verwandeln sich in Traurigkeit, Angst bis hin zur Panik
• unklare Schuldgefühle oder der Drang, andere zu retten
• Schwierigkeiten, im Leben eine Einzelposition einzunehmen
• Angst vor dem Alleinsein, Angst vor Stille; »Ich hasse Abschiede!«
• überdimensionierte Handlungen: »für zwei« essen / arbeiten / einkaufen, usw.
• vielfach gebrochene Biographien, keinen »roten Faden« im Leben finden
Meist kommt es durch eine Familienaufstellung oder Testung ans Licht, dass hinter bestehenden Problemen ein Zwillingsverlust steht. Und mit dieser Erkenntnis beginnt die Reise erst; ihre Stationen heißen: annehmen – integrieren – ablösen.
Am Ziel dieses zutiefst wandelnden Prozesses, irgendwann, stehst Du, ganz allein Du, und kannst ohne Schuldgefühle sagen: »Ich lebe! Und ich werde dieses Leben auskosten!« ... und bist dennoch in Liebe verbunden mit Deiner Zwillingsseele.
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